Jugend und Leistung: Fakten statt Vorurteile!

Am Dienstag, 26. Februar 2008, organisierte der Bereich Berufsbildung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt im baz CityForum eine gut besuchte Podiumsdiskussion zum Thema «Sind die heutigen Jugendlichen Leistungsverweigerer?».

Vor rund 150 Zuhörenden diskutierten unter der Leitung Hans Georg Signer, Leiter Ressort Schulen im Erziehungsdepartement Basel-Stadt verschiedene Persönlichkeiten, die sich beruflich mit Jugendlichen in Ausbildung beschäftigen: René Diesch, HR Beratung Nachwuchs bei der UBS Nordschweiz, Agathe Mai, Lehraufsicht beim Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Basel-Stadt, Gaudenz Löhner, Schulhausleiter an der Weiterbildungsschule Basel sowie Reto Baumgartner, Leiter Berufsbildung beim Gewerbeverband Basel-Stadt berichteten von ihren unterschiedlichsten Erfahrungen mit Jugendlichen in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Motivation. Im Laufe der Diskussion zeigte sich deutlich, dass das Thema Leistung und Jugend sehr differenziert betrachtet werden muss und nur einen kleinen Teil der Jugendlichen betrifft.

Dafür plädiert auch Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, die sich im Rahmen eines Nationalfonds-Projekts mit Fakten zur Leistungsfähigkeit der heutigen Jugendlichen professionell auseinander setzt. In ihrem Einführungsreferat zeigte sie auf, dass gemäss ihren wissenschaftlichen Untersuchungen grundsätzlich drei Bedingungen erfüllt sein müssen für eine hohe Leistungsmotivation bei Jugendlichen: Die Familie hat dabei eine entscheidende Bedeutung: Unterschiede in den schulischen Leistungen lassen sich zu rund 50 Prozent mit dem Einfluss der Familie erklären. Weiter spielen die schulischen Bedingungen eine wichtige Rolle: Durchlässige Systeme sowie eine spätere Selektion schaffen bessere Ausgangsbedingungen und eröffnen den Jugendlichen mehr Chancen, zeigte Prof. Dr. Perrig-Chiello anahnd ihrer Studien auf. Auch die gesellschaftlichen Bedingungen sind ein wesentlicher Faktor für die Leistungsfähigkeit der heutigen Jugendlichen. Prof. Dr. Perrig-Chiello wies denn auch darauf hin, dass die Chancengleichheit unabdingbar sei für die Motivation von Jugendlichen. Denn Arbeit sei für Jugendliche sinnstiftend und deshalb brauche es dringend Arbeit für alle Jugendlichen. Diese Faktoren wirken sich – unabhängig vom sozialen und finanziellen Kontext einer Familie – positiv auf die Auffassungsgabe und die Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen aus und tragen wesentlich zu guten Schul- und Ausbildungsleistungen bei, stellte Prof. Dr. Perrig-Chiello abschliessend fest.

Zurück zur Übersicht der Veranstaltungen







Für die Ansicht dieses Elements benötigen Sie einen aktuellen Flash Player.