MigrantInnen: Ein Erfolgsfaktor für die Berufsbildung
Am Mittwoch, 11. Februar 2009, diskutierten Jugendliche und Berufspofis über Chancen und Probleme von MigratInnen in der Berufsbildung.
Die vom Bereich Berufsbildung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt und der Berufsberatung, Berufs- und Erwachsenenbildung organisierte Podiumsdiskussion lockte rund 50 Interessierte ins CityForum der BaZ am Aeschenplatz.
Zum Einstieg in die Podiumsdiskussion berichteten die Jugendlichen Dalibor Miloradovic, Nadija Ratkovic sowie Parimalanathan Mathusam von ihren unterschiedlichen Erfahrungen bei der Lehrstellensuche. Die jungen Berufsleute hielten dabei fest, dass sie als MigrantInnen oftmals mehr zu leisten hätten, um eine Lehrstelle zu bekommen, als ihre Schweizer Kolleginnen und Kollegen. Die Moderatorin Inés Matos bestätigte diesen subjektiven Eindruck, indem sie Statistiken anführte, die belegen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund auf der Suche nach Lehrstellen wie auch bei Anschlusslösungen nach wie vor benachteiligt seien.
Dem stimmte Roman Scheidegger, Leiter Berufsbildung bei Coop, zu: Nach wie vor sei zwar eine gute Bewerbung für den Erfolg ausschlaggebend. Er könne aber nicht abstreiten, dass gerade gegenüber Jugendlichen mit Migrationshintergrund in vielen Ausbildungsbetrieben noch immer grundsätzliche Vorbehalte vorhanden seien. Für Scheidegger ist diese Haltung allerdings unverständlich. Er mache bei Coop sehr gute Erfahrungen mit ausländischen Jugendlichen.
Suat Barutçu, Lehrer an der Schule für Brückenangebote, empfiehlt den Jugendlichen, sich klar zu machen, was sie können und was sie von einer Berufsausbildung erwarten. Oftmals seien die Erwartungen – gemessen an den Leistungen – einfach viel zu hoch.
Steffi Wirth, Projektleiterin Mentoring beider Basel, stellte fest, dass die Lehre oftmals der erste Schritt zur Integration in die Schweizer Gesellschaft darstelle. Durch die Mobilitätserfahrungen der jungen Erwachsenen, bringen viele eine Flexibilität mit sich, die sich oftmals auch positiv auf die Ausbildung auswirke, hielt Wirth fest.
Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer darin, dass gut ausgebildete Jugendliche – egal woher sie auch kommen – tagtäglich einen wichtigen Beitrag leisten zum Erfolg der einheimischen Unternehmen.

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